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1950 HOLL-JEVE

Jever gegen Twente 1950

Am 14. Mai 1950, einem Sonntag, kam es in Horumersiel zu einem Feldkampf zwischen einer holländischen (Kreis Twente) und einer jeveranischen Auswahlmannschaft. Der Feldkampf wurde in Jever, Wittmund und vor allem in Butjadingen mit sehr großem Interesse verfolgt, denn die Erwartung in ihn waren riesengroß. Gerade im Raum Jever und im Raum Butjadingen waren die alten Freundschaften nach Holland sehr innig, in Nordenham fast von familiärem Charakter. Doch standen jahrelanger Krieg und nationalsozialistischer Greuel zwischen den beiden Klootschießernationen und keiner war sich sicher, ob man diese unsichtbare Hürde überwinden und die alten Freundschaften dauerhaft wieder herstellen zu schaffen vermag.
Deshalb war zwar der sportliche Stellenwert dieses Feldkampfes eher gering, der Stellenwert für das Klootschießen und insbesondere für die Internationalisierung des Sportes von riesiger Bedeutung.

Datum: 14.05.1950
Ort: Horumersiel auf der Nord-West-Strecke
Teilnehmerzahl: 8:8
Zuschauerzahl: 1500 Käkler und Mäkler aus ganz Norddeutschland
Anzahl Runden: 6 Runden
Sieger: Holland mit 1/2 Meter
Schiedsgericht: unbekannt
Bahnweiser: unbekannt
Teilnehmer: J.G. Hollink, J.B. Zwafering, M. Klün
Top-Werfer: nicht überliefert
Gesamtergebnis: keine Meterangaben erfaßt

Ablauf des Feldkampfes: Das Datum alleine schon macht klar, daß dieser Feldkampf ein besonderer war. Kein Kahlfrost, der einen großen Trüll ermöglichte, dafür aber trockene Böden. Eines der größten Probleme im Vorfeld waren die unterschiedlichen Wurfgeräte, denn die Holländer warfen normalerweise nicht wie wir mit dem 475g-Kloot sondern mit einem 175g-Kloot. Bei Verhandlungen vor dem Wettkampf einigte man sich darauf, daß die Holländer in Horumersiel mit einem 275g-Kloot werfen müssen. Zwar war der immer noch 200g leichter als der friesische Kloot, aber allein trotzdem sehr ungewohnt zu werfen, was den Vorteil wieder aufhob, denn die Friesen kennen ihren 475g-Kloot in und auswendig.
Der sportliche Ablauf, wie gesagt zweitrangig, war sehr wechselhaft. Die Jeveraner flüchteten deutlich weiter während die kleine Kugel der Holländer weiter trüllte, was auch durch den holländischen Wurfstil begünstigt wurde.
Am Ende siegte Holland mit 1/2 Meter, wobei dieses Ergebnis durchaus auch nur Symbolcharakter hatte. Viel entscheidender waren die gemeinsamen Tage, die beide Klootschießernationen wieder zusammenführten. Im Zuge dieses Treffens erneuerten auch die Nordenhamer wieder ihre tiefe Freundschaft.

Vorverhandlungen: Kreiszeitung vom 01.04.50

Verschiedene Klootkugeln

Das unterschiedliche Wurfgerät machte den Friesländern im Vorfeld Sorgen.

Vorbericht: Kreiszeitung vom 06.05.1950

Holländer im Anmarsch

Kleiner Vorbericht zum anstehendem Treffen.

Bericht: Kreiszeitung vom 15.05.1950

Spielbericht

Bild: Kreiszeitung vom 20.05.1950

Nachtrag

Im Rahmen eines Berichtes über die Freundschaft der Nordenhamer und der Holländer reichte die Kreiszeitung dieses Bild nach.

Quellen:

Vielen Dank der Kreiszeitung Wesermarsch und des Rüstringer Heimatbundes, die diese Recherche durch den Zugang zu Ihren Archiven möglich machten.
Die Kreiszeitung Wesermarsch berichtet seit 1865 (damals noch als Butjenter Zeitung) über Aktuelles aus der Klootschießerwelt.
Der Rüstringer Heimatbund besteht seit 1892 und hat sich der Pflege regionaler Brauchtümer, der Erforschung regionaler Geschichte und der Sicherung dieser verschrieben.
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